Geschichte der FF Fischeln von 1984 bis heute

Nach langen Gesprächen und Vorbereitungen fanden sich am 15. August 1984, 18 Fischelner Bürger in der Gaststätte Drießen-Schaar ein, um nach 39 Jahren der Pause eine neue Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Im gleichen Jahr noch konnte die Wehrleute eine großzügige Spende entgegen nehmen. Es war kein Geld, sondern ein VW-Bus T-2 der von dem CDU-Ratskandidat Willi Schlösser gespendet wurde.

Zum 25.08.1985 waren die Fischelner Blauröcke ausgebildet. Mit ihrem Gruppenführer OBM J.Palmen hatten sie ihre Ausbildung auf der Hauptwache an der Florastrasse absolviert.

1987 endlich konnte die FF nach 2 Jahren Wiedergründung auch einLF16/12 ihr Eigen nennen. Es wurde komplett aus Spenden finanziert und von der FF Kaarst für einen guten Preis abgekauft .

Den ersten Großbrand hatte die Wehr 1988 . Der Städtische Müllbunker brannte. 2 Wochen dauerte es bis ein Großteil des Bunkers abgelöscht war. Die Nachlöscharbeiten zogen sich noch Wochen hin.

1988 begannen die Bauarbeiten für ein Gerätehaus an der Kölner Str. 618-620. Die Fischelner Wehr bekam 1/4 des alten Strassenbahndepots. Das bis dahin von der Fischelner Karneval Korps (FKK) genutzte Gebäude wurde von nun an mit der FF geteilt. Dazu wurde 1/4 des Gebäudes neu gemauert.

 

Am 23.11.1989 wurde mit einem großem „Tag der Offenen Tür“ das neue Gerätehaus der FF Fischeln eingeweiht..

Am 11.10.1991 tritt der amtierende Gruppenführer Josef Palmen aus Protest gegen den Führungsstil des Leiters der BF Krefeld zurück. Dieser drastische Schritt war einer der Letzten von vielen Instanzen. In einem Pressegespräch gab der in Streik getretene GF Josef Palmen bekannt, dass er auch weiterhin für Einsätze den Blaurock anzieht. Der Fischelner Bürger bräuchte keine Angst zu haben, dass die Fischelner Wehr im Einsatz führungslos sei. Aber alle anderen Tätigkeiten würde er niederlegen.

Im selben Jahr gab es einen Führungswechsel bei der BF Krefeld und der Gruppenführer Josef Palmen nahm seine Arbeit wieder auf.


Am 25.05.1994 brannte die Halle der FKK bis auf die Grundmauern nieder. Nur durch Glück und den massiven Einsatz von 2 B und 4 C, sowie von 2

Wenderohren konnten die Hallen der FF Fischeln gehalten werden.

Ende des Jahres 1994, zu Weihnachten, bekamen die Fischelner Wehrleute einen neuen Mannschaftstransportwagen. Der neue VW Bus T4 sollte den alten T2 Bus ablösen.

Im 1.Quartal 1995 wurde dann auch das LF16/12 durch ein LF 8/6 ersetzt.

Zum 1.11.1995 gab der Bauausschuss der Stadt Krefeld grünes Licht zum Wiederaufbau des Gerätehauses und zum Anbau einer weiteren Wagenhalle.

Auf der Jahreshauptversammlung am 8.2.1998 übergab der amtierende Löschgruppenführer J. Palmen das Ruder an seinen bis dahin amtierenden Stellvertreter Burkhard Wissmanns.Er selber würde weiterhin als dessen Stellvertreter mitwirken.

Mitte 1999 wurden die Bauarbeiten an dem Gerätehaus beendet.

Im August 1999 feierte die jüngste Wehr Krefelds, die Fischelner, ihr 15-jähriges Bestehen mit einem großem Tag der Offenen Türe.

Im Oktober 2001 wird nach einem 3/4 Jahr Vorbereitung, die Jugendfeuerwehr Krefeld Süd-Ost gegründet. Sie setzt sich aus 4 Jugendfeuerwehren zusammen. Der JF Uerdingen, JF Oppum, JF Stratum und der JF Fischeln.

Ende März, Anfang April 2003 wird der Hallenboden der kleineren Halle in Eigenleistung gefliest.

Am 4.4.2003 legen die stellvertretenden Gruppenführer Josef Nilges und Josef Palmen ihre Ämter aus beruflichen Gründen nieder. Zum neuen stellvertretenden Gruppenführer wird Brandinspektor Thomas Müller ernannt.

Im April 2003 finden 1. Gespräche für eine eigene Jugendfeuerwehr Fischeln und damit die Trennung der JF Süd-Ost. statt. Man möchte damit dem großen Andrang von Bewerbern entgegentreten, um kleinere Gruppen zu bilden.

Ebenfalls im April 2003 werden erste Gespräche zur Gründung des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln geführt.

Am 24.7.2003 fand die Gründungsversammlung unter der Aufsicht von Herrn Janssen vom Rechtsamt der Stadt Krefeld statt.

2004 wird auf Initiative von Unterbrandmeister Manfred Sonnen das Brandschutzerziehungsteam des Löschzugs Fischeln gegründet. Diese Gruppe von pädagogisch speziell geschulten Feuerwehrmännern leistet unter der Leitung Sonnens jedes Jahr hunderte Stunden ehrenamtlicher Präventionsarbeit in Kindergärten und Schulen.

Anlässlich des 20jährigen Bestehens und der konstant hohen Mitglieder- und Einsatzzahlen wird die Löschgruppe am 15.08.2004 zum Löschzug Fischeln ernannt.

Anfang 2006 wurden im Zuge der Fußballweltmeisterschaft bundesweit MANV-Container beschafft und bei ausgewählten Feuerwehren stationiert. Der Massenanfall von Verletzten tritt immer dann auf, wenn viele Menschen bei einem Schadenereignis verletzt werden. Für den in Krefeld stationierten MANV-Container mit medizinischem Gerät ist der Löschzug Fischeln verantwortlich.

Am 22.6.2006 fuhr der Löschzug Fischeln seinen bis heute größten und gefährlichsten Brandeinsatz. Ein Industriebrand im Werk von Thyssen-Krupp-Nirosta hielt die Feuerwehr Krefeld mehr als 10 Stunden in Atem. Verletzt wurde aus den Fischelner Reihen niemand, doch musste die komplette kontaminierte Kleidung der eingesetzten Kräfte nach dem Einsatz entsorgt werden.

Am 18.01.2007 bescherte das Sturmtief „Kyrill“ dem Löschzug Fischeln den bisher längsten Sturmeinsatz seiner Geschichte. Mehr als drei Tage lang mussten Hunderte von Einsatzstellen in ganz Krefeld abgearbeitet werden, nachdem Kyrill unzählige Häuser, Autos, Straßen, etc. zerstört oder beschädigt hatte.

Den 30.5.2008 werden viele Feuerwehrmänner des Löschzugs Fischeln nicht vergessen. Massiver Hagelschlag mit Hagelkörnern in Tischtennisballgröße führte zur Alarmierung morgens um 6 Uhr. Zwar war die Zahl der Einsätze gering, doch erlitten die Privatfahrzeuge vieler Löschzugmitglieder an diesem Morgen ein massiven Hagelschaden.

Das Jahr 2009 war geprägt durch das 25jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln nach deren Wiedergründung am 15.8.1984. Anders als bei den bisherigen Jubiläen sollte der 25ste Geburtstag nicht nur an einem Tag gefeiert werden und so wurde ein Programm erarbeitet, das mit einer Disco am Freitag begann, einen festlichen Abend für geladene Gäste am Samstag vorsah und mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag seinen Höhepunkt fand. Es war ein gelungenes, rauschendes und dem Anlass entsprechendes Fest, das den positiven Eindruck der FF Fischeln bei

Bürgern, Politik und Verwaltung bestätigt und gefestigt hat.

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde die treibende Kraft der Wiedergründung und langjähriger Löschgruppenführer Hauptbrandmeister Josef Palmen für 40jährige Feuerwehrtätigkeit ausgezeichnet und in den Ruhestand verabschiedet.


2010 war das Jahr der Neufahrzeuge. Der Löschzug Fischeln hatte bereits Ende 2009 ein neues MannschaftsTransportFahrzeug (VW T 5) erhalten. Im Jahr 2010 folgten dann ein weiteres MTF und ein zusätzliches Löschgruppenfahrzeug, das mit modernstem technischen Gerät und einem 1600-Liter-Wassertank, sowie einem 200-Liter-Schaummitteltank ausgestattet ist. Damit verfügt der Löschzug Fischeln über einen hochmodernen und schlagkräftigen Fuhrpark.

2011 war ein Jahr ohne Höhen und Tiefen. Der Löschzug Fischeln hatte mit fast 90 Einsätzen ein durchschnittliches Einsatzaufkommen. Die Art der Einsätze deckte das gesamte Spektrum ab, jedoch gab es keine spektakulären Ereignisse. Hervorzuheben sind lediglich ein Dachstuhlbrand in unmittelbarer Nachbarschaft des Feuerwehrgerätehauses der FF Fischeln. Hierbei entkamen einige Kameraden im Innenangriff nur knapp dem einstürzenden Dach. Erschwert wurden die Arbeiten durch Bewohner, die sich immer wieder Zugang zum Haus verschaffen wollten und sich und die Einsatzkräfte damit in große Gefahr brachten. Ein weiterer ungewöhnlicher Einsatz wurde gemeinsam mit den Kameraden der Löschgruppe Oppum bewältigt. Während die Berufsfeuerwehr bei einem Großbrand in Hüls gebunden war, besetzten die Fischelner gemeinsam mit den Oppumern die Hauptwache und mussten von dort zu einem umgestürzten Lkw mit eingeklemmter Person abrücken. Da beide Einheiten ansonsten kaum mit Lkw-Unfällen zu tun haben, war es eine besondere Herausforderung, den Fahrer zu befreien, die mit Bravour gemeistert wurde.

Bereits seit einiger Zeit wurde darüber diskutiert, ob die FF Fischeln künftig an dem Standort an der Kölner Straße 618-620 bleiben könne. Das Gerätehaus entsprach schon lange nicht mehr modernen Bedingungen, so dass über kurz oder lang ein Neubau fällig werden würde. Aus planungs- und baurechtlichen Gründen könne an selber Stelle kein neues Gerätehaus errichtet werden. Zunächst sperrten sich die Fischelner Blauröcke den Bestrebungen aus der Politik, sie „wegzuloben“. Doch nach intensiver Auseinandersetzung, die in 2011 begann und viele Monate dauerte, stimmte man einem Umzug zu. Ein Neubau ist aber nicht vor 2017 zu erwarten.

2012 begann mit einer Neuerung. Bisher war der Löschzug Fischeln gemeinsam mit der Löschgruppe Oppum für die Besetzung der Hauptwache der Berufsfeuerwehr zuständig, wenn die Berufsfeuerwehr anderweitig gebunden war. Um die Einsatzzahlen gleichmäßiger zu verteilen und damit auch die Einsatzerfahrungen, nahm seit diesem Jahr die FF Traar gemeinsam mit der FF Oppum diese Aufgabe wahr.

Unverändert war hingegen die Anzahl der sonst üblichen Einsätze, sowie deren Durchmischung. Es gab 2012 viel Arbeit für die Freiwillige Feuerwehr Fischeln bei Klein- und Mittelbränden, ebenso wie bei Unfällen und sonstigen technischen Hilfeleistungen. Hervorzuheben ist hier die Überflutung des Fischelner Stadtbades im Juli. Ein Rohrbruch im Keller des Bades führte zur Überflutung der Kellerräume und nur das schnelle und effektive Eingreifen der Fischelner Blauröcke hat verhindert, dass das Wasser des gesamten Schwimmer-Beckens sich in die Technikbereiche im Keller ergoss.

Leider kam es auch zu einer Reihe von Fehlalarmen, böswillige Alarme waren hingegen kaum zu verzeichnen.

Höhepunkte des Einsatzjahres im negativen Sinne waren die beiden Großbrände im Juli (Fa. Roeren) und im September (Fa. Compo). Hier kam neben sämtlichen anderen Krefelder Feuerwehren und Kräften aus der näheren und weiteren Umgebung auch der Löschzug Fischeln zum Einsatz. Beide Einsätze zogen sich über mehrere Tage hin und brachten die Kapazitäten der ehrenamtlichen Helfer an ihre Grenzen und teilweise darüber hinaus.

Dass die beiden größten Brandereignisse in Krefeld nach dem zweiten Weltkrieg innerhalb eines Jahres stattfanden, ist bemerkenswert.

Im März 2012 wurde Brandinspektor Thomas Müller von den Einheitsführern der Krefelder Freiwilligen Feuerwehren zu deren Sprecher gegenüber dem Leiter Berufsfeuerwehr gewählt. Damit hatten die Fischelner Blauröcke seit diesem Jahr den Sprecher FF Krefeld und mit Mike Nagtzaam den Stadtjugendfeuerwehrwart in ihren Reihen.

Das Jahr 2013 läutete einen Generationswechsel in der Führung des Löschzugs Fischeln ein. Mit 55 aktiven Mitgliedern hatte der Löschzug Fischeln seinen bis dahin höchsten Personalstand erreicht. Die Löschzugführung wollte sich daher mit einer weiteren Führungskraft verstärken und gleichzeitig verjüngen. Die Kameraden wählten im Januar den 28jährigen Unterbrandmeister Colin Paßmann zum 2. Stellvertreter des Einheitsführers.

Das Einsatzaufkommen war 2013 mit 59 vergleichsweise gering. Allerdings war ein Einsatz der besonderen Art zu vermelden. Im Juni kam es in mehreren Regionen Deutschlands zu starken Überflutungen nach tagelangen Regenfällen. Im Rahmen der überörtlichen Hilfe wurde die Bereitschaft 3 der Bezirksregierung Düsseldorf nach Magdeburg beordert. An dem dreitägigen Einsatz waren auch 10 Kräfte der FF Fischeln mit einem Löschfahrzeug beteiligt. Nach 2012, als die Bereitschaften der Bezirksregierung in Krefeld bei den verheerenden Großbränden eingesetzt wurden, zeigte sich wieder wie sinnvoll dieses Konzept der überörtlichen Hilfe in der Gefahrenabwehr ist.